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MeldID nach dem Update: Geschütztes Speicher wurde zum täglichen Werkzeug

Die neue Version von MeldID erweitert nicht nur das Prinzip von TOTP, sondern alles rund um Einmal-Codes: lokale Suche, verschlüsselte Notizen, Tags, Import von QR-Codes aus Bildern, Verbergung und Kopieren von Codes, Wiederherstellung gelöschter Einträge und Synchronisation der Änderungen zwischen Geräten. Dabei bleibt das Zero Vault-Architekturum Prinzip bestehen.

Im vorherigen Artikel habe ich MeldID als ein System betrachtet, das über ein einzelnes Konto hinausgeht. Die mobilen Apps für iPhone und Android integrieren die TOTP-Authentifizierung, volle Offline-Funktionalität, Wiederherstellung geschützter Daten auf neuem Gerät und die Bestätigung des Logins bei verbundenen Diensten.

Das neue Update ist aus einem anderen Grund interessant. Es gibt kaum Versuche, ein weiteres groß angelegtes Anmeldesystem hinzuzufügen. Der Fokus liegt vielmehr auf der täglichen Arbeit mit dem geschützten Speicher.

Solange der Nutzer zwei oder drei Einträge hat, reicht eine gewöhnliche Liste. Doch mit der Zeit tauchen dort geschäftliche E-Mails, persönliche Konten, Verwaltungs-Dashboards, Cloud-Dienste, Firmen-Tools und Testumgebungen auf. Dann geht es nicht mehr nur um die Generierung eines sechsstelligen Codes. Wichtig ist, die richtige Eintragung schnell zu finden, ihren Zweck zu verstehen, Konten nicht zu verwechseln, Daten sicher zu ändern und bei der Arbeit auf mehreren Geräten keine Daten zu verlieren.

Hier zeigt MeldID seine erweiterte Funktionalität.

Die wichtigste Änderung – die Reihenfolge innerhalb des geschützten Speichers

Ich würde die neue Version als Übergang von einer einfachen Liste von TOTP-Einträgen zu einer besser verwaltbaren Arbeitsumgebung beschreiben.

Das bedeutet nicht, dass die App komplizierter geworden ist. Im Gegenteil: Neue Funktionen decken Situationen ab, die vorher manuell gelöst werden mussten. Man muss sich nicht mehr merken, wo sich der gesuchte Eintrag befindet, die Kontobeschreibung im Kopf behalten oder den Vorgang des Hinzufügens nach versehentlichem Löschen wiederholen.

Wichtig ist, dass diese Funktionen miteinander verbunden sind. Die Suche arbeitet zusammen mit Notizen, Tags helfen beim Filtern der Ergebnisse, der Import aus QR-Codes wird durch visuelle Hervorhebung der neuen Eintragung begleitet, und Löschen sowie Wiederherstellen werden zwischen allen Geräten desselben Kontos synchronisiert.

Die Suche ist lokal

In MeldID wurde eine lokale Suche nach Service-Namen, Kontonamen und Notizinhalten eingeführt. Das ist eine einfache Funktion, die jedoch viel Zeit spart, wenn die Anzahl der Einträge wächst.

Stellen wir uns vor, im Speicher gibt es mehrere Konten eines Dienstes: Privat, Arbeit und Verwaltung. Statt die ganze Liste durchzusehen, reicht es aus, Teile des Service-Namens oder der E-Mail-Adresse einzugeben. Wenn zu einem Eintrag eine Notiz hinzugefügt wurde, kann die Suche auch diese Inhalte nutzen.

Dabei wird nicht auf den TOTP-Geheimnis selbst zugegriffen. Das Geheimnis dient nicht als Suchfeld oder Identifikator. Der Nutzer sucht nach einem verständlichen Kontext – Service-Name, Konto oder Notiz – und nicht nach kryptografischen Daten.

Die Suchanfrage wird nicht an den Server gesendet. Die App durchsucht die bereits auf dem Gerät geöffnete, geschützte Speicherung.

Notizen und Tags geben den Einträgen Kontext

Ein Service-Name reicht nicht immer aus, um zu verstehen, wofür ein Eintrag benutzt wird. Daher können nun verschlüsselte Notizen zu TOTP-Einträgen hinzugefügt werden.

In einer solchen Notiz kann festgehalten werden, zu welcher Arbeitsumgebung das Konto gehört, für welche Abteilung es erstellt wurde oder welche Login-Option genutzt wird. Die Notiz wird zusammen mit dem geschützten Eintrag innerhalb des Vault gespeichert, nicht als separate offene Information auf dem Server.

Für Gruppierungen gibt es auch mehrwertige Tags. Ein Eintrag kann mehrere Labels erhalten: z.B. „Arbeit“, „Kritisch“, „Europa“ oder „Test“. Tags werden als einfacher Text eingegeben: ein neues Label kann per Enter-Taste oder Komma hinzugefügt werden, und anschließend als kompakte Element entfernt werden.

Das System schlägt auch bereits bestehende Tags vor und fasst gleiche Varianten ohne Berücksichtigung der Groß-/Kleinschreibung zusammen. Also werden „Arbeit“, „arbeit“ und „ARBEIT“ nicht als drei verschiedene Kategorien behandelt.

Für Tags gibt es einen eigenen lokalen Filter. Wenn sich die Struktur im Laufe der Zeit ändert, kann ein Tag auch global umbenannt oder gelöscht werden, durch langes Drücken. Es ist nicht notwendig, jede einzelne Eintragung zu öffnen und dieselbe Markierung mehrfach manuell zu korrigieren.

Favoriten sind als System-Tag mit einem Stern-Symbol umgesetzt, das rot hervorgehoben ist und eine schnelle Markierung der wichtigsten Einträge ermöglicht.

In der Praxis verwandelt sich die Sammlung so von einer Ansammlung von Codes in ein System, das unter eigener Logik organisiert werden kann.

Der verschlüsselte Code kann weiterhin genutzt werden

Eine neue Funktion ist die Möglichkeit, TOTP-Codes zu verbergen und einzublenden. Der gewählte Zustand wird auf dem Gerät gespeichert, sodass beim Neustart die Einstellung nicht erneut vorgenommen werden muss.

Dies ist eine visuelle Schutzmaßnahme: Der Code ist nicht ständig sichtbar, wenn der Nutzer das nicht möchte. Doch das Verbergen bedeutet nicht, den Zugriff auf den Code zu blockieren.

Der Code kann in die Zwischenablage kopiert werden, sowohl im sichtbaren als auch im versteckten Zustand. Das hat eine wichtige Logik: Man möchte die Ziffern auf dem Bildschirm möglicherweise nicht anzeigen, braucht den Code aber trotzdem für die Anmeldung.

Es entsteht eine sinnvolle Unterscheidung zwischen dem, was auf dem Bildschirm sichtbar ist, und den Aktionen, die der Nutzer bewusst durchführt.

QR-Codes müssen nicht mehr neu gescannt werden

Früher musste beim Hinzufügen eines TOTP-Eintrags häufig die Kamera oder eine zweite Anzeige genutzt werden, um den QR-Code zu scannen. Jetzt kann MeldID TOTP-Einträge auch aus einem Foto oder einem in der Galerie gespeicherten Bild importieren.

Das ist in vielen Situationen nützlich. Der QR-Code kann in einem Screenshot verbleiben oder beim Einrichten eines Dienstes fotografiert worden sein. Es ist nicht immer bequem, die Ursprungsseite erneut zu öffnen und vor die Kamera zu halten.

Man wählt einfach das Bild mit dem QR-Code, und die App erkennt den Code, erstellt den Eintrag im geschützten Speicher.

Neue Einträge werden nach dem Hinzufügen vorübergehend mit einem Rahmen hervorgehoben. Das ist besonders hilfreich bei der Migration mehrerer Konten hintereinander: Der Nutzer sieht sofort, welche Elemente gerade neu sind, und verliert sie nicht im Bestand.

Mehr Flexibilität beim Löschen

Eine der praktischsten Neuerungen ist das Löschen mit einem Wiederherstellungszeitraum.

Gelöschte Einträge werden nicht sofort unwiderruflich entfernt. Innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraums können sie wiederhergestellt werden, dafür ist eine separate Bestätigung notwendig. Damit wird versehentliches Entfernen oder falsches Konto vermieden.

Ein weiterer Schutz besteht darin, dass für den Zeitraum der Wiederherstellung das erneute Hinzufügen eines identischen TOTP-Geheimnisses verhindert wird.

Typischer Fall: Ein Nutzer löscht ein Konto, erkennt später den Fehler und scannt den alten QR-Code erneut. Ohne zusätzliche Überprüfung könnten zwei Einträge mit demselben Geheimnis entstehen. MeldID sorgt dafür, dass kein Dublett entsteht und die ursprüngliche Eintragung wiederhergestellt werden kann.

Das Wiederherstellen betrifft nicht nur lokal auf einem Gerät, sondern ändert auch den Zustand des sicheren Vaults und wird mit dem Serverzustand synchronisiert.

Ein Konto – ein verwalteter Speicher

Das Arbeiten mit mehreren Geräten war eine zentrale Idee von MeldID. Das neue Update macht das konsistenter.

Löschen, Wiederherstellen, Notizen und Tag-Änderungen sowie andere Vault-Änderungen werden zwischen allen Geräten eines Kontos synchronisiert. Wer mit iPhone und Android arbeitet oder ein zweites Gerät verbindet, kommt zu einem bestätigten, einheitlichen Zustand.

Wenn eine Aktion auf einem Gerät erfolgt, sorgt der Synchronisationsmechanismus dafür, dass alte Kopien auf anderen Geräten nicht unbemerkt Änderungen überschreiben oder alte Einträge wiederherstellen können. Konflikte bei mehreren Geräten sind besser behandelt.

Wie zuvor bleiben unterschiedliche Konten desselben MeldID auf verschiedenen Geräten getrennt. Die Daten eines Kontos vermischen sich nicht mit denen eines anderen, und Änderungen gelten nur für den jeweiligen sicheren Speicher.

Das alte Offline-Online-Duett bleibt erhalten. Geltende TOTP-Codes für gespeicherte Einträge werden offline generiert; neue Einträge lassen sich lokal vorbereiten. Änderungen, die auf mehreren Geräten gleich gelten sollen, werden nach der Verbindung automatisch synchronisiert.

Zero Vault bleibt Kernprinzip

Auf Seiten von MeldID gilt nach wie vor das Prinzip des Zero Vault. Der Server arbeitet mit verschlüsseltem, undurchsichtigem Datenzustand des geschützten Speichers sowie mit technischen Daten für Versionierung und Synchronisation.

Geheimnisse, Notizen, Tags und Service-Namen werden nicht im Klartext an den Server übertragen. Sie sind keine Tabelle, die eingesehen oder serverseitig durchsucht werden kann.

Der Inhalt des Vault wird lokal in der App auf einem vertrauenswürdigen Gerät entschlüsselt. Deshalb erfolgt die Suche nach Notizen und Tag-Verwaltung lokal: Der Server muss den Inhalt nicht lesen, um die verschlüsselte Version zu verifizieren oder zu synchronisieren.

Neue Funktionen ändern dieses Prinzip nicht. Sie machen die Nutzung bequem, ohne auf Datenschutz zu verzichten. Im Gegenteil: Es wird deutlicher, dass ein geschützter Speicher bequem sein kann, ohne open server kaufen zu müssen.

Kleine Details, die Vertrauen schaffen

Auch bei Übersetzungen, Accessibility-Beschriftungen und visuellen Elementen gab es Verbesserungen.

Dies mag im Vergleich zum QR-Import oder der Wiederherstellung weniger wichtig erscheinen. Doch wenn Optionen wie versteckte Anzeige, Favoriten, Löschzustand und separate Bestätigungen integriert sind, sind nur Icons nicht mehr ausreichend.

Verständliche Beschriftungen sind für alle Nutzer entscheidend, besonders aber für VoiceOver, TalkBack und andere Assistenzsysteme. Die aktualisierten Übersetzungen und klareren visuellen Zustände machen neue Szenarien auf verschiedenen Sprachen und Plattformen verständlicher.

Mein Fazit

Nach dem Blick auf das Update würde ich MeldID nicht mehr nur als App zur Generierung von TOTP-Codes beschreiben.

Der wichtigste Wandel besteht nicht in einer einzelnen Funktion. Der Mehrwert entsteht durch die Kombination: lokale Suche, Notizen, Tags, Favoriten, QR-Import aus Bildern und das kürzlich eingeführte Wiederherstellungsintervall, das versehentliches Löschen reduziert. Gleichzeitig verbindet die Synchronisation die Änderungen zwischen Geräten, und Zero Vault bewahrt das sichere Modell.

Insgesamt bewegt sich MeldID schrittweise vom klassischen Authenticator zu einem verwalteten, sicheren Arbeitsraum. TOTP-Codes werden weiterhin lokal generiert und offline bereitgestellt, doch alles andere um sie herum wird verständlicher und vorhersehbarer.

Weitere Informationen zum Projekt: MeldID.