MeldID: Einheitliches tragbares Profil für sichere Anmeldung und Datenverwaltung
MeldID – ein offener Dienst zur Verwaltung digitaler Identitäten, der den Zugang zu Anwendungen mit einem tragbaren Profil für Formularausfüllung und Datenaustausch vereint. Er ermöglicht es den Nutzern, ihre Daten zentral zu verwalten und in verschiedenen Diensten zu nutzen.
Heute kann eine Person Dutzende von Online-Diensten nutzen. Fast jeder von ihnen erfordert die Erstellung eines Kontos und das wiederholte Ausfüllen von Profilen: Name, Telefon, Adresse, Zahlungsdaten und andere Angaben.
Zwar vereinfachen moderne Single Sign-On-Mechanismen die Anmeldung erheblich, doch das wiederholte Eingeben von Profildaten in vielen Diensten bleibt nach wie vor ein Problem.
Im Wesentlichen löst MeldID zwei meist getrennte Aufgaben: die Authentifizierung des Nutzers und die kontrollierte Übertragung seiner Profildaten.
Nicht nur Anmeldung
MeldID ist ein offener Dienst zur Verwaltung digitaler Identitäten, den jede Person nutzen kann. Er ist erreichbar unter meldid.de und richtet sich nicht nur an Produkte von MELD®, sondern auch an externe Anwendungen.
Ein Szenario ist nahezu jedem bekannt: Der Nutzer wählt die Anmeldung via MeldID im verbundenen Service. Nach erfolgreicher Authentifizierung wird eine lokale Sitzung erstellt.
Doch neben der Anmeldung können bereits vorher Angaben ausgefüllt werden, die nicht nur für die Authentifizierung benötigt werden:
Name, Nachname und Anzeigename;
Telefonnummer;
Bevorzugte Sprache;
Land und Adresse;
Name des Empfängers;
Firmenname;
USt-IdNr. (z.B. deutsche VAT ID);
Separater Steuerberater- oder Umsatzsteuer-Nummer;
Geburtsdatum.
Alle Felder sind optional. Man kann nur die notwendigsten Angaben machen oder erweiterte Informationen für Bestellungen, Verträge und geschäftliche Transaktionen vorbereiten.
Der zentrale Gedanke besteht nicht darin, Daten zentral zu speichern, sondern sie dort wiederverwenden zu können, wo dies wirklich notwendig ist.
Wie sieht das in der Praxis aus
Der Nutzer registriert sich bei MeldID und füllt die benötigten Bereiche aus. Dann wählt er die Anmeldung via MeldID im verbundenen Service.
Die Anwendung fordert die erforderlichen Angaben an – das kann nur Name und E-Mail sein oder eine erweiterte Auswahl mit Telefon, Adresse und Zahlungsdetails.
Nach Zustimmung erlaubt der Nutzer den Zugriff auf die ausgewählten Daten, und die Anwendung erhält nur die angeforderten Felder. Wenn Daten bereits manuell eingegeben wurden, kann der Dienst diese bestätigen oder aktualisieren.
Bei späteren Anfragen kann die verbundenen Anwendung aktualisierte Daten anfordern, falls sich etwas geändert hat. Das vermeidet das wiederholte Bearbeiten identischer Profile in verschiedenen Systemen.
Zum Beispiel loggt sich der Nutzer in einen Online-Shop, eine Versicherungsgesellschaft und einen Buchungsdienst ein – in jedem Fall wiederholen sich einige Angaben. Bereits einmal erfasste Daten können wiederverwendbar und sicher genutzt werden, mit den jeweiligen Berechtigungen für jeden Dienst.
Dieses System ist kein automatisches Ausfüllen aller Webseiten
MeldID ist keine Browser-Erweiterung, die Formulare automatisch ausfüllt.
Für die Integration muss der Dienst über eine API mit OAuth 2.0 und OpenID Connect verbunden werden. Erst danach kann die Anwendung Nutzerdaten anfordern und in ihrer Oberfläche verwenden.
Aus diesem Grund ist MeldID besser als tragbares Profil für verbundene Anwendungen zu sehen, nicht als universelles automatisches Browser-Ausfüllsystem.
Unterschied zu Google- und Apple-Lösungen
Google und Apple bieten ähnliche Funktionen, diese sind jedoch für andere Zwecke gedacht.
Nach Apple-Dokumentation ist Sign in with Apple für die Registrierung und Anmeldung über Apple-Account vorgesehen. Es liefert nur die Informationen, die der Nutzer freigegeben hat – Tokens, Authentifizierungsergebnisse und ausgewählte Daten. (Apple-Dokumentation)
Google Chrome unterstützt das Speichern und automatische Ausfüllen von Adressen, Passwörtern und Zahlungsdaten im Rahmen des Google-Kontos und Google Wallet. (Google-Dokumentation)
MeldID nutzt Elemente beider Ansätze und verbindet sie in einem integrierten Modell. Es ist nicht nur Anmeldung oder automatisches Ausfüllen innerhalb der Plattform, sondern ein Mechanismus, der verbundenen Anwendungen die sichere und kontrollierte Nutzung von Nutzerinformationen ermöglicht.
Datenkontrolle
Zugriff auf Daten erfolgt nicht automatisch in voller Menge. Für jeden Anforderungsprozess werden Berechtigungen gesetzt:
Basise Profil;
Kontaktdaten;
Adresse;
Zahlungsinformationen;
Erweiterte Angaben.
Der Nutzer sieht, welche Daten angefragt werden, und entscheidet individuell, welche Informationen er an jeden Dienst weitergeben möchte.
Das Passwort wird niemals an die Anwendung übermittelt. Diese erhält nur das Ergebnis der erfolgreichen Authentifizierung und die genehmigten Profildaten.
Vorteile für Unternehmen und Entwickler
Die Integration mit MeldID reduziert wiederholtes Formularausfüllen und beschleunigt die Registrierung. Kunden schließen die Anmeldung schneller ab, machen seltener Fehler, und Entwickler profitieren von einer fertigen Infrastruktur für Profilmanagement und Datenübertragung.
MeldID kann nützlich sein für:
Online-Shops;
Abonnementdienste;
Buchungsplattformen;
Versicherungs- und Finanzunternehmen;
Lieferantenportale;
B2B-Plattformen;
Event-Apps;
Rechnungs- und Dokumentenmanagementdienste.
Beispielsweise kann ein Kunde seine Adresse und den Empfängernamen an den Händler übermitteln, ein Versicher Kunde seine Kontaktdaten, und ein Vertreter des Unternehmens seine Firmendaten und Steuernummer.
Das Integrationsmodul erfordert keine abendliche Abmeldung der lokalen Anmeldung – MeldID kann eine Ergänzung sein, die den Eingang ersetzt oder ergänzt.
Offener, aber kontrollierter Zugriff
MeldID ist eine offene Plattform, die jedem zugänglich ist. Externe Anwendungen können eine Verbindung beantragen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie jeden Zugriff erhalten. Für jeden Nutzer werden Einschränkungen festgelegt – erlaubte Adressen, Scopes, Integrationsparameter. Es werden Protokolle wie OAuth 2.0, OpenID Connect, Authorization Code Flow, PKCE und Zustimmungsscreens genutzt.
Für den Nutzer ist alles transparent: er sieht, wer welche Daten anfragt. Für Entwickler ist das ein einheitliches Integrationssystem, das in verschiedenen Diensten einsetzbar ist.
MeldID ersetzt keine bestehenden lokalen Konten und zwingt die Systeme nicht, gleich zu funktionieren. Es ergänzt eine tragbare Profilfunktion, die der Nutzer selbst verwaltet und nur vertrauenswürdigen Anwendungen teilt.
Angesichts der steigenden Zahl an Online-Diensten ist es wichtig, nicht nur einen zentralen Login, sondern auch die sichere Übertragung von Daten ohne ständiges erneutes Ausfüllen von Formularen. Das ist das Kernelement von MeldID: Die Möglichkeit, ein Profil einmal vorzubereiten und selbst zu entscheiden, wo und in welchem Umfang es genutzt wird.