Wenn Menschen ein Ereignis unterschiedlich erinnern: Wie FindMeld verborgene Verbindungen sucht
FindMeld ist ein innovatives System, das menschliche Erinnerungen und Ereignisbeschreibungen vergleicht, trotz Sprachbarrieren, Ungenauigkeiten und Zeitunterschieden, um verborgene Zusammenhänge aufzudecken.
Die normale Suche funktioniert gut, wenn die benötigten Informationen bereits veröffentlicht wurden: Eingabe des Suchbegriffs, Auswahl von Schlüsselwörtern und Durchsicht der Ergebnisse.
Doch wie sucht man eine Person, wenn ein Zeuge sie in Deutschland gesehen hat, ein anderer sie einige Tage später in Tschechien, und ein Dritter überhaupt nicht weiß, dass eine Suche läuft? Was tun, wenn alle auf unterschiedlichen Sprachen sprechen, die Beschreibung der Erscheinung variiert und die Erinnerung an den Zeitpunkt ungefähr ist?
Oder eine andere Situation: jemand hat ein Dokument in einem Viertel verloren, es wurde später in einer anderen Stadt gefunden. Die Beschreibungen stimmen nicht wörtlich überein, die Daten sind ungefähr, und die Markierungen auf der Karte sind weit voneinander entfernt.
Genau bei solchen Aufgaben arbeitet FindMeld — ein Projekt des MELD®-Systems, entwickelt von der DigiMeld UG.
Nach der Beschäftigung mit der App würde ich FindMeld nicht als ein herkömmliches Suchsystem, sondern als ein System zum Abgleich menschlicher Erinnerungen bezeichnen. Es sucht nicht nach Wortübereinstimmungen, sondern nach wahrscheinlichen Verbindungen zwischen Menschen, Gegenständen und Ereignissen.
Zwei Seiten eines Ereignisses
Auf dem Hauptbildschirm von FindMeld sind zwei Hauptszenarien vorgesehen:
„Ich suche“;
„Ich war Zeuge“.
Das erste ist für Personen gedacht, die Zeugen oder nützliche Informationen benötigen. Das zweite — für diejenigen, die etwas gesehen, gefunden oder sich gemerkt haben.
In dieser Trennung liegt eine der wichtigsten Besonderheiten des Projekts.
Normalerweise beginnt die Suche nach Zeugen mit einer Anzeige: Eine Person schreibt in sozialen Netzwerken, Nachbarschaftsgruppen, Messengern und hofft, dass der benötigte Zeuge zur richtigen Zeit dort ist.
Bei FindMeld kann ein Zeuge Informationen hinterlassen, ohne zu wissen, dass sie jemandem nützlich sein könnten. Gleichzeitig kann eine Suchanfrage im System früher oder später erscheinen als die Zeugenmeldung.
Wenn im System die zweite Seite auftaucht, prüft FindMeld, ob beide Einträge zu demselben Ereignis gehören. Daher ist die Reihenfolge ihres Erscheinens unwichtig: Ein Zeugnis kann auf eine zukünftige Suche warten, und eine Suche — auf einen zukünftigen Zeugen.
Suche anhand des Gesamtrahmens statt einzelner Wörter
Betrachten wir einen Verkehrsunfall.
Eine Person schreibt:
„Am Abend in der Nähe des Bahnhofs sah ich ein dunkles Auto. Es regnete stark, der Fahrer bog scharf zum Parkplatz ab.“
Ein anderer beschreibt die gleiche Situation auf Deutsch:
„Nach der Arbeit in der Nähe des Bahnhofs bog ein grauer Van schnell zum Parkplatz ab. Die Straße war nass.“
Für eine gewöhnliche Suche scheinen dies unterschiedliche Meldungen. Übersetzungen, unterschiedliche Zeitangaben und verschiedene Objektbeschreibungen werden verwendet.
FindMeld analysiert die Situation ganzheitlich:
Welches Ereignis wird beschrieben?
Wer sucht und wer gibt Auskunft?
Welche Personen, Gegenstände oder Fahrzeuge werden erwähnt?
Wo und ungefähr wann fand das Ereignis statt?
In welche Richtung bewegten sich die Teilnehmer?
Wie war das Wetter und die Sichtverhältnisse?
Welche ungewöhnlichen Details kommen in beiden Beschreibungen vor?
Das dunkle Auto und der graue Van könnten dasselbe Fahrzeug sein, wenn es abends bei Regen gesehen wurde. „In der Nähe des Bahnhofs“ und „bei der Bahnstation“ könnten ebenfalls dasselbe Gebiet bezeichnen.
Das System benötigt keine genauen Wortübereinstimmungen; es versucht zu erkennen, ob zwei Personen die gleiche reale Situation beschreiben.
Berücksichtigung menschlicher Ungenauigkeiten im Voraus
FindMeld versteht grundsätzlich, dass Menschen Ereignisse selten perfekt im Gedächtnis behalten.
Zeugen können in der Farbe irren, eine ungefähre Zeit nennen, Straßen verwechseln, Entfernungen falsch einschätzen oder Details vergessen.
Normale Filter schließen solche Differenzen aus. FindMeld betrachtet jedes Detail im Kontext des Gesamtrahmens.
Wenn zwei Beschreibungen beim Farbton des Autos abweichen, aber übereinstimmen bei Ort, Richtung, Beschädigung, Wetter und Zeit, schließen Unterschiede beim Farbton nicht zwangsläufig auf eine andere Sache. Besonders wenn eine Beobachtung tagsüber, die andere nachts oder bei Regen gemacht wurde.
Das System verlässt sich nicht blind auf das menschliche Gedächtnis — es bewertet, welche Merkmale falsch interpretiert worden sein könnten und welche stabil sind.
Zeit ist wichtig, aber nicht immer exakt
FindMeld berücksichtigt den zeitlichen Aspekt nicht mechanisch, sondern logisch.
Wenn jemand heute etwas verloren hat und die Meldung darüber gestern erscheint, sollte diese Verbindung mit Vorsicht geprüft werden. Die Reihenfolge sollte Sinn ergeben: zuerst Verlust, dann Fund.
Nicht alle Daten sind gleich zuverlässig.
Wenn jemand schreibt: „Das passierte ungefähr am Wochenende“, ein anderer — „scheinbar am Montagmorgen“, und die restlichen Merkmale stimmen überein, kann das ungefähre Datum weniger Gewicht haben, aber eine Übereinstimmung nicht ausschließen.
Unterscheidungen sind wichtig:
Bestätigte zeitliche Widersprüche schließen eine Verbindung aus;
Ungefähre oder zweifelhafte Daten lassen die Übereinstimmung geringer erscheinen, solange die anderen Merkmale überzeugt sind.
FindMeld ignoriert die Zeit nicht vollständig, verlangt jedoch keine absolute Genauigkeit.
Wetter als Korrektur bei der geografischen Zuordnung
Das Wetter ist kein Dekorationsfaktor im System.
Wenn ein Zeuge Ort und Datum angibt, aber sich bei der Erinnerung an den Ort irrt, etwa bei Starkregen oder Nebel, könnte die genaue Position falsch sein.
FindMeld prüft die Wetterbedingungen für den angegebenen Zeitraum: Wenn an der Stelle kein Regen war, aber in der Nähe Starkregen, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um dasselbe Ereignis handelt.
Die Suchregion kann verschoben oder erweitert werden, um Gebiete mit ähnlichen Bedingungen einzubeziehen.
Jemand könnte das Viertel, die Abfahrt oder die Entfernung falsch eingeschätzt haben, aber Wetterzüge sind häufig einprägsamer als der exakte Ort.
Wetter beweist kein Ereignis an sich, sondern dient als zusätzlicher Indikator zur Überprüfung von Erinnerungen und zur Anpassung der Suchgrenzen.
Eine einschlägige Narbe ist wichtiger als die Farbe
Manchmal sind die wichtigsten Merkmale die vermeintlich nebensächlichen.
Angenommen, man sucht nach einem Auto, und ein Zeuge nennt es blau, der andere grau. Für eine normale Suche sind das verschiedene Fahrzeuge.
Aber beide erwähnen:
eine lange Narbe rechts an der Tür;
ein zerbrochenes Rücklicht;
ein Aufkleber am unteren Rand des Fensters;
ungewöhnlicher Motorenlärm;
eine Beule bei den Radkästen.
Solche Details sind viel wichtiger als große Farbunterschiede.
Das gleiche gilt für verlorene Gegenstände: Der Koffer könnte umgepackt, das Fahrrad umgesprüht sein, und bei einem gefundenen Gegenstand wurde vermutlich eine Hülle oder ein Etikett entfernt. Das Äußere ändert sich, aber Kratzer, Reparaturspuren und Unikate bleiben bestehen.
FindMeld berücksichtigt sowohl offensichtliche als auch indirekte Hinweise:
Beschädigungen;
Schriften und Aufkleber;
fehlende Teile;
charakteristische Geräusche;
Inhalt;
Verpackungsart;
Herkunft;
Bewegungsrichtung.
Vorher zu wissen, welche Details entscheidend sind, ist unmöglich. Daher analysiert das System die Beschreibung insgesamt, anstatt sich auf wenige feste Felder zu beschränken.
Suche nach Personen und Gegenständen, die sich außerhalb eines Ortssystems befinden
Besonders relevant bei der Suche nach Vermissten.
Angenommen, jemand verschwindet in Berlin. Angehörige beschreiben die letzten Orte, Kleidung, Erscheinung, vermutete Richtung und Verhalten.
Übliche Systeme konzentrieren sich auf das lokale Gebiet — Berlin und nahe Stadtteile.
FindMeld kann die Suche global ausweiten.
Jemand könnte mit dem Zug abgefahren sein, geflogen oder Mitfahrer benutzt haben, in einem anderen Land landen. Zeugen aus Prag, Wien oder Warschau können eine Beschreibung hinterlassen, ohne vom konkreten Suchauftrag in Deutschland zu wissen.
Das äußere Erscheinungsbild und die Kleidung könnten sich verändert haben, aber beständige Merkmale bleiben:
charakteristischer Gang;
Narbe;
ungewöhnliche Geste;
Sprechweise;
auffällige Kleidungsdetails;
begleitendes Tier;
Gegenstand, den die Person bei sich trug;
bestimmtes Verhalten.
Der erste geografische Punkt ist Start, nicht Grenze der Suche.
Das gleiche Prinzip gilt für Gegenstände: Ein verloren gegangen Pass in der Nähe eines Ladens kann in einer anderen Gegend oder Stadt gefunden werden — jemand hat ihn aufgehoben, transportiert oder an eine andere Stelle weitergegeben.
Mehrsprachigkeit trennt keine Teilnehmer
Sowohl Suchende als auch Zeugen können in verschiedenen Sprachen schreiben.
Jeder beschreibt die Situation so, wie es ihm passt, und FindMeld vergleicht den Sinn der Einträge.
Das ist vor allem bei internationalen Einsätzen wichtig — Bahnhöfe, Flughäfen, touristische Orte, Grenzregionen.
Beispiel: Jemand verlor seinen Pass in Deutschland und meldete auf Russisch; ein Fundender auf Spanisch; ein Mitarbeiter auf Deutsch.
Die allgemeine Textsuche erkennt unterschiedliche Wörter, aber FindMeld analysiert Sinn, Umstände, Ort, Zeit, Schäden und Merkmale.
Der Nutzer muss nicht raten, in welcher Sprache der Zeuge schreibt.
Kein öffentliches Anzeigefenster
FindMeld hat keine gemeinsame Pinnwand, auf der jeder fremde Vorfälle, verlorene Gegenstände oder Suchmeldungen durchsehen kann.
Der Nutzer sieht nur eigene Anliegen, Zeugenmeldungen und von der System ermittelte Treffer.
Man muss keine Stunden damit verbringen, Anzeigen zu durchforsten und eigenständig zu entscheiden, wer welche Informationen braucht — alles übernimmt die Plattform.
Kontakte werden erst offenbart, wenn eine Verbindung zwischen Anfrage und Zeugenmeldung besteht, und bleiben sonst verschlossen.
FindMeld ist kein soziales Netzwerk oder Messenger. Seine Aufgabe ist es, eine wahrscheinliche Übereinstimmung zu finden und die beiden Seiten eines Ereignisses zu verknüpfen.
Belohnung ohne Plattform-Mittel
FindMeld ist ein kostenpflichtiges Produkt. einzelne Aktionen und Einträge sind gebührenpflichtig.
Der Service vermittelt jedoch keine Zwischenhändler zwischen Suchenden und Zeugen.
Wenn Zeugen eine Belohnung wünschen, können sie dies bei der Meldung angeben. Nach einer Übereinstimmung einigen sich beide Seiten eigenständig auf Bedingungen und Vergütung.
FindMeld übernimmt dabei:
Keine Festlegung der Belohnungshöhe;
Keine Annahme oder Überweisung von Geld;
Keine Abzüge oder Garantien;
Keine Beteiligung an finanziellen Abrechnungen oder Streitigkeiten.
Nutzer zahlen nur für die Systemfunktionen. Die gegenseitigen Vereinbarungen bleiben zwischen den Parteien.
Übereinstimmungen können später auftreten
Wenn FindMeld sofort nichts gefunden hat, bedeutet das nicht, dass die Suche beendet ist.
Möglicherweise sind momentan keine passenden Zeugen vorhanden.
Nach einigen Tagen kann jemand eine Zeugenbeschreibung, eine verlorene Sache oder eine Person hinterlassen. Neue Einträge werden geprüft und mit den bestehenden Suchanfragen abgeglichen.
Ein kleines Detail, das heute unwichtig erscheint, kann im Laufe der Zeit ein fehlendes Puzzlestück eines anderen Ereignisses werden.
Gibt es Alternativen zu FindMeld?
Suchdienste für Vermisste, verlorene Gegenstände und Zeugen sind schon lange vorhanden. Es gibt Aushänge, Nachbarschafts-Communities, Karten-Apps und Benachrichtigungssysteme.
Doch unter den verfügbaren Lösungen habe ich bislang kein Produkt gefunden, das alle Kernfeatures von FindMeld vereint:
Zwei unabhängig agierende Teilnehmer — Suchende und Zeugen;
Abgleich unabhängig von der Reihenfolge des Erscheinens;
Suchen nach Sinn, nicht nur nach exakten Wörtern;
Unterstützung verschiedener Sprachen;
Berücksichtigung menschlicher Ungenauigkeiten;
Logische Überprüfung der zeitlichen Reihenfolge;
Verstärkung von Treffern bei schwachen zeitlichen Zusammenhängen;
Nutzung des Wetters zur Geografie-Korrektur;
Globaler Suchansatz bei Vermissten;
Analyse indirekter Hinweise und Details;
Kein öffentliches Anzeigefenster;
Kontrollierte Offenlegung von Kontakten;
Möglichkeit, Belohnungen ohne Mittelsmann zu vereinbaren.
Getrennte Funktionen finden sich in anderen Diensten, doch die Einzigartigkeit von FindMeld liegt in ihrer Kombination im Zusammenspiel.
Standard-Suchmaschinen fragen: „Wo wurde ein ähnlicher Text veröffentlicht?“
FindMeld löst die umgekehrte Aufgabe: „Beschreiben diese Personen dasselbe Ereignis, auch wenn sie verschiedene Sprachen sprechen, Fehler machen oder in unterschiedlichen Ländern sind?“
Suche basierend auf realer Erinnerung
FindMeld benötigt keine identischen Wörter oder fehlerfreien Erinnerungen der Beteiligten.
Man kann sich bei der Farbe irren, den Ort falsch nennen, die Zeit vertauschen oder das Ereignis in einer anderen Sprache beschreiben.
Das System vergleicht Sinn, zeitliche und geografische Details, Wettersituationen und charakteristische Merkmale, trennt mögliche Widersprüche von natürlichen menschlichen Ungenauigkeiten.
Deshalb wird das eigentliche Ziel der Suche nicht der Text, sondern das Ereignis selbst.